Sonntag, 06 Oktober 2013 18:36

Pimp-my-old-Fraese (Haase Cut2000)

geschrieben von Fraesident-Nr.-Uno
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Pimp my Fräse

 

Die eine Hälfte des FFGA Fuhrparks besteht aus einer Haase Cut2000 Fräse mit Baujahr von ca. 1998. Das gute Stück ist aus der Anfangszeit der Hobbyfräsen und wurde aus heutiger Sicht damals leider laienhaft konstruiert und zusammengebaut. Das zeigt sich im Altag und der Benutzung immer wieder. Die vielen bereits aufgetretenen Probleme mussten bisher alle im Alleingang behoben werden, da der Support der Firma Haase sich damit nicht mehr befassen wollte.

Aber immerhin hat die Fräse bis jetzt durchgehalten und es wurden schon schöne Teile gefräst, die viel Spaß gemacht haben. Da meistens Depron verarbeitet wurde war auch die Steifigkeit der Maschine ausreichend. Beim Fräsen von Sperrholz mit mehr als 2mm Dicke hat sich aber gezeigt, dass die 16er Stangen für die Führung der Y-Achse nicht steif genug sind. Das Problem tritt erst auf, wenn große Platten gefräst werden, da die Steifigkeit in der Mitte des Verfahrweges am geringsten ist. Hier kippt der Motor sichtbar beim Richtungswechsel hin und her. Das hat zur Folge das Kreise zu Eiern werden und die Genauigkeit in der Fräsenmitte schlechter ist als in den Eckbereichen.

 

 

Also wurde beschlossen, vor dem nächsten großen Fräsjob diesen Umstand zu verbessern. Die Idee war, eine zusätzliche, dritte Abstützung für die Y-Achse anzubringen. Dazu wurde die Fräse vermessen und nach Anbindungspunkten für die erforderliche Seitenplatten gesucht.

Die Seitenplatten werden direkt an den Lagerböcken der X-Achse verschraubt. Die Krafteinleitung in die Z-Achsenmechanik erfolgt an der oberen Lagerplatte.

Die Anbauteile wurden aus 5mm dickem GFK-Material gefräst. Das alles wurde auf der Fräse vom Christian (Fraesident-Nummero-Due) erledigt, die so was locker wegschruppt!

 

Die Seitenplatten zentrieren sich direkt an den 16er Führungsstangen der X-Achse, die 1mm über den Lagerbock hinaus stehen. Dadurch konnte ein sehr genaue Positionierung erreicht werden. Die Bohrungen zur Aufnahme der zusätzlichen Führungsstange wurden als Langlöcher ausgeführt um eine genaue Einstellung zu ermöglichen. Als Führungsstange wurde eine Edelstahlwelle mit 20mm Durchmesser und einer H9 Toleranz verwendet.

 

Bei der Montage der rechten Seitenplatte kam mal wieder ein schönes Haase-Highlight zu Tage. Der Antriebsmotor der Y-Achse lässt sich nicht von der Spindel trennen! Das Kupplungsstück ist mit der Spindel verklebt und die Motorwelle so fest in das Kupplungsstück eingepresst, dass es unmöglich ist den Motor abzubauen. Hoffentlich geht der Motor nie kaputt!! Als Ausweg wurde die Spindel samt Motor aus der Spindelmutter heraus geschraubt. Dazu mussten auch alle Kabel demontiert werden. Die Lagerung der Spindel auf der Loslagerseite ist ein POM Stopsel als Gleitlager und die Festlagerung muss der arme Schrittmotor mit übernehmen. Dieser ist mit 3 Schrauben am Lagerbock befestigt, von denen nur zwei halten, da bei einer nur so wenig Wandstärke zur Verfügung steht, dass die Schraube einfach nicht halten kann. TOLL!!!

 

 

Rechte Seitenplatte am Antrieb der X-Achse

 

 

Linke Seitenplatte an der X-Achse verschraubt

 

 

 

Für die Aufnahmebohrungen für die Kugellager wurden ebenfalls Langlöcher gefräst. So kann alles an der Fräse angepasst und justiert werden.

 

 

Kugellager für die Abstützung

 

Durch den relativ großen Abstand der Lager von der GFK Platte ergibt sich hier eine Elastizität, so dass die Lager mit Vorspannung montiert werden können.

 

 

 

 

Fräse wieder fertig :-)

 

Nach der Montage der zusätzlichen Abstützung macht die Motoraufhängung jetz schon einen viel besseren und stabileren Eindruck. Jetzt kann also wieder losgefräst werden.....

 

Viele Grüße

 

Fritz

 Fräsident der FFGA

Gelesen 944 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 27 November 2014 15:52
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